Waffen im Jiu Jitsu

Da die Samurai eine weit entwicklete Schwertkunst pflegten, lehnt das von ihnen über die Jahrhunderte entwickelte Jiu-Jitsu in vielen Techniken daran an. Der Stand, die Schritte – alles von der Hüfte an abwärts ist dem Schwertkampf sehr ähnlich. Wichtige Bewegungsabläufe wie beim Cote Gaeshi oder Shi Ho Nage gibt es fast ohne Veränderung auch im Schwertkampf.

Mit Waffen werden besonders die stabilen Stände, die optimalen Schritte, das richtige Atmen und die Kontrolle mehrerer Richtungen trainiert. Der Budoka lernt, optimal mit seinem Gleichgewicht und Schwerpunkt zu agieren, was beispielsweise für schnelle Ausweichbewegungen unabdingbar ist.

Wir möchten hier kurz die Waffen vorstellen, mit denen oder deren Nachbildung im Muso-Ryu Jiu Jitsu unmittelbar geübt und trainiert wird. Es werden Grundformen, teilweise auch Katas vermittelt, sowie die Verteidigung mit oder gegen diese Waffen.

Katana

Der größte Stolz eines Samurai und auch vieler in dieser Tradition stehenden Kampfkünstler ist das Katana. Das Katana – auch Daito, Shinken (echtes Schwert) – ist ein geschwungenes Langschwert mit einfacher Schneide. Es wird zweihändig geführt. Man nannte es die Seele des Kriegers und es wird links, unter dem Herzen getragen. Auch das macht seine Bedeutung deutlich. Auch heute werden für gute Katanas Summen entsprechend vier- und fünfstelligen Euro-Werten aufgerufen.

Bokuto

Als Bokuto (außerhalb Japans auch teilweise Bokken) bezeichnet man das hölzerne Trainingspendant des Katana. Der Name erklärt sich aus Boku, Holz und To, Schwert. Das Bokuto ist in Form, Länge und Gewicht dem Katana nachempfunden, Stichblatt, Griffwicklung und sonstige Elemente fehlen meist. Die Schüler im Dojo üben normalerweise ausschließlich mit dem Bokuto.

Zum Übungsprogramm gehören unter anderem Grundformen, sog. Ken Suburi, einfache Angriffe, Möglichkeiten zu deren Abwehr und waffenlose Verteidigung gegen Angriffe mit dem Schwert.

Andreas Lorenz mit Katana Katana
Andreas Lorenz mit Katana Andreas Lorenz mit Katana Andreas Lorenz mit Katana

Tanto

Das Tanto ist ein leicht gebogenes einschneidiges Kampfmesser. Der Name bildet sich aus Tan, kurz und To, Schwert. Für Training, Prüfung und Kata wird eine hölzerne Nachbildung verwendet.

Zwei Katas sowie die Verteidigung gegen Messerangriffe gehören im Muso-Ryu Jiu Jitsu zum Übungsprogramm.

Andreas Lorenz mit Tanto  

Jo

Der Jo (japanisch für Rohrstock, Gehstock) ist ein traditionell aus Eiche gefertigter runder Stock. Er reicht etwa vom Boden bis unter die Achsel. Der Jo wird für Schläge, Stiche und Atemi benutzt.

Mit dem Jo werden einige Grundformen, auch in Bunkai (ein vorgegebener Ablauf für zwei Budoka) trainiert, sowie die waffenlose Verteidigung gegen einen bewaffneten Angreifer.

Andreas Lorenz mit Jo

Hanbo

Der Hanbo (japanisch für Halbstock) ist ein Stock mit ca. 90 cm Länge, etwa der Hälfte des traditionellen Langstocks, des Bo. Der Hanbo dient zum Hebeln, Stechen und Schlagen. Oft werden stattdessen auch Kurzstöcke von ca. 60 cm Länge verwendet.

Es werden Verteidigungen mit Hanbo gegen waffenlose Angreifer, Hanbo gegen Hanbo sowie waffenlos gegen einen Angreifer mit Hanbo erlernt.

Andreas Lorenz mit Kurzstock